Wut in Karl-Marx-Stadt. „Wir sind keine Nazis!“ sagen die Chemnitzer

„Wir wollen das gar nicht schaffen! „ sagte Alexander Gauland (Vorsitzender der Brandenburgischen Rechten Partei AfD) am 7. Oktober 2015 bei der Demonstration in Erfurt. 5 000 Demonstranten jubelten! „Heute“, drei Jahre später, dringt die Situation in Chemnitz vor. Zehntausende Demonstranten, Proteste und eine sächsische Stadt, die als Zielscheibe der nationalsozialistischen Spöttelei dient. Migrationskrise, die Nazis, aber auch die gewöhnlichen Bewohner der Stadt. Das ist Chemnitz aktuell.Sachsens drittgrößte Stadt wirkt auf den ersten Blick mit einem schläfrigen Eindruck, aber in den letzten Tagen ist die unscheinbare kleine Stadt, die 60 km von der tschechischen Grenze entfernt ist, zu einem beliebten Ort der Rechtsextremen geworden.Am 27. August fotografieren zwei ältere Touristen die typische Chemnitzer Sehenswürdigkeit: Roter Turm aus dem 12. Jahrhundert und die umliegenden Bronzeplatten auf dem Fuβweg, die an die berühmten Söhne und Töchter der Stadt erinnern, wie Georgius Agricola, Marianne Brandt, Richard Hartmann, Karl Schmidt-Rottluff oder Stefan Heyma.

„Wir sind geborene Chemnitzer, aber wir leben über 30 Jahre in München. Sie wissen – die Nostalgie,“ so das nette Ehepaar aus München. In ein paar Minuten später beginnt sich die Brückenstraβe mit Menschen zu füllen – mit Flaggen in der Hand. Manfred und seine Frau nehmen Abschied von ihr Heimatstadt und laufen zum nah gelegenen Bahnhof. Es ist 18: 00 Uhr und der Zug fährt in 30 Minuten ab.Zu dieser Zeit kreist ein Polizeihubschrauber über Chemnitz. Im Moment wird er in dicken Wolken verborgen, dann taucht er wieder auf und wendet seine Aufmerksamkeit dem sieben Meter hohen Karl-Marx-Monument zu. Heute geht es aber nicht um den Monument. Seine Popularität steht im Schatten der demonstrierenden Menschen. Insgesamt 6 000 Demonstranten von der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz, AfD, Pegida und Hooligans bis Kaotic Chemnitz. Die Menschen kommen aus Berlin, Brandenburg, Thüringen, Niedersachsen. Sie schreien: „Deutschland den Deutschen“, „Ausländer raus“. (Montag, 27.08.2018)„Ich bin kein Nazi! Ich kam für meine Kinder! Für meine Enkelkinder! Ich möchte sie schützen und ich möchte mich in der Stadt wohl fühlen.“  so Renate mit Piercing in den Augenbrauen und mit Tattoo auf den Händen. Manche äußern ihre Meinung ruhig und in Frieden, andere übernehmen Verantwortung in ihren Händen und verursachen Konflikte. Sie attackieren die Menschen, die nicht als Deutsch-Bürger aussehen.? Sie werfen Glasflaschen, Feuerwerkskörper, Steine, Schlagwaffen. (Montag, 27.08.2018)  „Ob morgens oder abends, Mittagspause oder Wochenende. Die Flüchtlinge sitzen hier den ganzen Tag mit ihrem Handy, sie tragen Adidas Jacke, Nike Schuhe. Das kann ich mir selber nicht leisten und ich gehe jeden Tag auf die Arbeit“, sagt Antje, die in Chemnitz als Sekretärin arbeitet und nimmt an der Demonstration teil. (Montag, 27.08.2018)Es  kamen auch 1.500 Gegner und Unterstützer von Chemnitz Nazifrei (Chemnitz ohne Nationalsozialisten), die aus dem gegenüberliegenden Stadthallenpark ihren Widerstand gegen die Rechte äußern. Auch hier ist die Atmosphäre dicht. https://youtu.be/RTeW_33l7-E Eine Gruppe junger Iraker hebt ihre Hände und zeigt den Demonstranten gegenüber den Mittelfinger. Plötzlich sind die irakischen Jungs ruhig. Ich dachte, es ist, weil ich die fotografiere, aber ich habe mich geirrt. Unter dem Karl-Marx-Monument marschiert ein Junge und zeigt den Hitlergruβ. Zorn weht aus seinem Gesicht und sein selbstbewusster Schritt ist entsetzlich. Ich bin atemlos. (Montag, 27.08.2018)Die Polizisten stellen auf die Brückenstraße eine Polizeikolonne, die nach 19:00 Uhr ausbricht wie ein knisterndes Eis. Wasserwerfer! Ausschreitungen! Chaos! Krawalle! Randale! Die Aufmerksamkeit der Journalisten  rückt um ein paar Meter weiter. Zwischen dem-Kebab-Restaurant und der Sparkasse flackern die Kerzen. „Wir vergessen dich nicht“, „In Frieden und Ruhe“ so die im Kreis rumliegenden Zettelchen. Auch hier herrscht eine seltsame unausgeglichene Atmosphäre.(Montag, 27.08.2018)Ein brutaler Mord eines 35-jährigen Zimmermanns  erschütterte nicht nur Sachsen, sondern auch Deutschland. Daniel Hillig erlag im Krankenhaus der Stichwunde. Zwei weitere Personen wurden verletzt. Die Polizei nahm einen mutmaßlichen 22-jährigen Iraker und einen 23-jährigen Syrer fest. Die Ursache des Verbrechens ist unbekannt. Nähere Erklärungen werden von der Polizei gemacht. Chemnitzer Bürgermeisterin Barbara Ludwig wird von Bürgern kritisiert, da sie den Chemnitzer Stadtfest nicht unmittelbar nach dem Mord an Daniel H. beendet hätte, sondern erst 12 Stunden später. (Montag, 27.08.2018)Die Mord-Szene ist zu einer Sensation für Journalisten aus der ganzen Welt geworden. Ein schwarzhaariger trauriger Junge spricht die Reporterin mit dem Kameramann an und bittet sie um Respekt der Gedenkstätte.  Der Kameramann nähert sich mit der Kamera noch näher und respektlos an. Der Junge dreht schweigend den Kopf. Nicht jeder ist so ruhig wie er. „Entweder trauert mit uns oder verschwindet!“ schreit ein deutsches Mädel. Sie sitzt neben den Kerzen und schreibt eine Nachricht auf ein Papier mit Bleistift . Als sie fertig ist, stellt sie das Blatt unter die Blumen und stützt diese mit einer leeren Bierflasche ab. (Montag, 27.08.2018)

Bundeskanzlerin Angela Merkel stellte klar, dass in der Nacht von Samstag auf Sonntag ein Mann getötet wurde und zum Glück die Verdächtigen bereits verhaftet sind. Sie sagte zu den ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Chemnitz: „Wir haben Videoaufnahmen darüber, dass es Hetzjagden gab, dass es Zusammenrottungen gab, dass es Hass auf der Straße gab, und das hat mit unserem Rechtsstaat nichts zu tun“. Sie betonte: „Es darf auf keinem Platz und auf keiner Straße zu solchen Ausschreitungen kommen.“

Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki gab der Bundeskanzlerin indes eine Mitschuld an den Übergriffen. „Die Wurzeln für die Ausschreitungen liegen im ‚Wir-schaffen-das‘ von Kanzlerin Angela Merkel“, sagte Kubicki den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.Auf dem Rosenhof äußert sich ein Verkäufer zu der Ermordung  und sagt: „Gestern Abend habe ich gemeinsam mit Freund und Wegbegleiter die Blumen niedergelegt und Kerzen aufgestellt. Leute seid wachsam, lasst Euch nicht provozieren! Wir sind im Recht! ICH will die Videos sehen, das OB Ludwig und BK Merkel zu Ihren Aussagen über die Geschehnisse in Chemnitz bewegt haben! Jeder Polizist, der in Chemnitz ist oder nach Chemnitz fahren muss, weiß, dass er bei uns sicheren Dienst leisten kann! Wenn von 8000 Demonstranten 40 Dumme dabei sind, ist es deren Aufgabe diese strafrechtlich zu verfolgen! Aber 7960 Menschen waren friedlich! und Konsorten rufen zum Kreg gegen uns auf!Wir, die noch nie eine Muslime vergewaltigt haben, wir die noch nie einen Flüchtling gestochen haben. Vor uns muss kein Mensch Angst haben! Den Volksfeinden sagen wir den Krrieg an! Widerstand! Den Flüchtlingen sagen wir: Ihre seid weiterhin in Chemnitz sicher! Den Asylschmarotzern und Kriminellen sagen wir: Es reicht, wir wehren uns! Leute! Haltet zusammen! Lasst Euch nicht provozieren!“

Die Situation kommentiert auch der Inhaber einer Computerfirma aus Chemnitz: „Das hängt hier tief in der Bevölkerung. Sehr traurig. Die Regierung ist dabei aber auch nicht ganz unschuldig. Chemnitz ist die Hauptstadt von Chrystal Meth. Wir haben den schlechtesten Betreuungs-Schnitt in Kindergärten, hier ist der höchste Bierkonsum in ganz Deutschland, der geringste Durchschnittslohn. Da könnte man mal reagieren und was machen. Das hat Auswirkungen. “

Fünf Tage nach dem Mord gibt es wieder ein Skandal. Ein Justizbeamter hat den Haftbefehl eines mutmaßlichen Mörders, Yousif Ibrahim Abdullah, veröffentlicht. Der Justizangestellte heiβt Daniel Zabel aus Dresden, der den Haftbefehl an Pro Chemnitz weitergeleitet hat. Der Haftbefehl wurde vom Gründer der Anti-Einwanderungsbewegung Pegida-Lutz Bachmann, der parlamentarischen Alternative für Deutschland (AfD) und der rechten Pro-Chemniz-Bewegung veröffentlicht. Das Dokument enthält die Namen von mutmaßlichen Männern, Zeugen und Richtern. Es gab auch Details über das Verbrechen. (Donnerstag, 30.08.2018)

Am selben Tag fanden in Chemnitz „Sachsengespräche“ statt, an denen sich der sächsische Premierminister Michael Kretschmer (CDU) mit mehreren anderen Mitgliedern seines Kabinetts und mit Chemnitzer Bürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) teilnimmt und die Fragen von Bürgern beantwortet. In das CFC Chemnitzer Fuβballstadion sind die ersten 500 Leute mit einem gültigen Personalausweis zugelassen, mehr passen angeblich nicht rein. Kretschmer veröffentlicht die „Sachsengespräche“ mit einer Schweigeminute als Erinnerung an Daniel Hillig. Die Freigabe des Haftbefehls bezeichnet der Premierminister als Straftat. Wie sieht Kretschmer die Flüchtlingspolitik in der Tschechischen Republik? „In den aktuellen Verträgen steht nirgendwo drin, dass wir Flüchtlinge miteinander verteilen. Deswegen würde ich sagen, wenn der tschechische Ministerpräsident sagt, nein, keine Flüchtlinge, kann ihn nicht zwingen.“
Vor dem Stadion findet parallel zu den „Sachsengesprächen“ eine Demonstration der rechtsgerichteten Bewegung für Chemnitz statt. An der Demonstration reiht sich Ralf an. „Wie Sie wissen stehe ich auf der sogenannten rechten Seite, obwohl ich kein rechter oder Nazi bin. Ich komme aus den Mittelstand, bin selbstständig und meine Frau auch. Die Montags- und Donnerstags- Demos wären friedlicher verlaufen, wenn die linken nicht gestört hätten, ich glaube das ist gewollt. 90 Prozent der Menschen hat nichts gegen Ausländer und Asylanten wenn Sie unser Gesetze anerkennen und sich integrieren lassen. Kriminelle Asylanten haben ihr Aufenthaltsrecht verloren und müssen festgesetzt werden und abgeschoben.Deutschland ist so ein geiles Land, leider wird es von einem großen Teil der Politiker zerstört. Wenn Frau Merkel und ihr Sprecher Seibert im Fernsehen sagen, dass es in Chemnitz Hetzjagden gegen Ausländer gegeben hat und nicht wahr ist ,sagt das alles.“, so Ralf aus Chemnitz. Die Demonstration läuft ohne größere Zwischenfälle. (Donnerstag, 30.08.2018) Flüchtlinge in Chemnitz haben Angst. „Ich habe eine Frau und zwei Töchter. Seit der Montagsdemonstration bleiben wir hauptsächlich in der Wohnung, weil wir Angst haben. Es tut uns leid, dass der Junge ermordet wurde, aber wir haben keinem etwas getan,“ sagt Ahmad auf Englisch, der in der Nähe des Stadions wohnt  und beobachtet die Demonstration aus dem Fenster. (Donnerstag, 30.08.2018)

Es ist 1. September und Chemnitz ist mit neuen Exzessen konfrontiert. Das ganze Wochenende wird als „Demo-Marathon“ bezeichnet. Die Menschen sind schockiert. https://youtu.be/BlxLKIxoGw8 Die Polizei bereitet einen Krisenplan vor und bittet um Verstärkung aus anderen Bundesländern. Es gibt vor Ort 1.800 Polizisten, mehrere Wasserwerfer, gepanzerte Mannschaftswagen, Pferdepolizei, eine spezielle Polizeieinheit und zwei Hubschrauber. (Samstag, 01.09. 2018)„Ich sehe mit den ankommenden Flüchtlingen eine große Gefahr, die auch die Tschechische Republik bedroht“, sagt Honza aus Tschechien, der heute nach Chemnitz mit 20 Freunden kam. Er begrüβt sich während des Interviews mit einigen deutschen Bürgern. „Ach, ja, wir kennen uns. Das sind bekannte Gesichter aus verschiedenen Demonstrationen,“ so der Tscheche aus Pilsen. „Hallo, Honza,“ ruft sein Kumpel Rolf und gibt ihm eine weiße Rose und erklärt, dass er sie dann auf die Gedenkstätte hinlegen soll. Honza, obwohl er wenig Deutsch versteht, sagt „danke“ und gibt die Blume erstmal in die hintere Jeanstasche.

Unter dem Karl Marx Monument mit dem Dekorationsschild „Chemnitz ist weder grau noch braun„ versammeln sich 4 500 Teilnehmer. In den Händen tragen sie Transparente wie zum Beispiel: „Merkel muss weg“ und von mehreren Seiten hört man mit stürmischer Stimme „Lügenpresse“ als Reaktion, dass die Medien die Stadt Chemnitz als rechtsextremistische-Stadt pauschalisiert haben. (Samstag, 01.09. 2018)Kontrovers ist der Trauermarsch zur Erinnerung an Daniel Hillig und an andere Opfer des „Multikulturalismus“ wie auch an die Tschechin Naďa Cizmarova, die im Jahr 2016 bei dem Attentat in Berlin ums Leben kam. Der Trauermarsch wird nach einigen Metern gestoppt, weil er den angegebenen Zeithorizont überschritten hat und seine Fortsetzung aus Sicherheitsgründen nicht möglich ist. Die Organisatoren der Demonstration danken den Teilnehmern für angemessenes Verhalten und Disziplin, und der Marsch löst sich auf. Hunderte Demonstranten kehren zur Statue von Karl Marx zurück und weigern sich zu gehen. Die Polizei hat die Situation unter der Kontrolle. (Samstag, 01.09. 2018)Bezüglich des „Demo-Marathons“ findet in Chemnitz am Montag ein  „#wirsindmehr-Konzert“statt. Alle wollen nach Chemnitz, um das kostenlose Konzert mit den berühmten Stars wie „Casper“, „Marteria“, „Kraftklub“, „Trettmann“, „Feine Sahne Fischfilet“ und „Die Toten Hosen“ anzuschauen. Es kam 65 000 Zuschauer. Die Leute trinken hier aus den Glasflaschen Bier und Wein, kiffen Marihuana. (Montag, 03.08.2018)

„Das ist eine widerliche Afterparty. Ich sehe keine Friedensbotschaft. Nur am Anfang hat eine junge Frau während der Begrüßung von Abrüstung und von Frieden gesprochen, dafür erhielt sie großen Beifall. Ansonsten hat keine Band von Frieden und Abrüstung gesungen. Ich habe zu diesem Thema auch keine Transparente oder Fahnen gesehen.“, sagt Frank, der neben dem staatlichen Museum für Archäologie steht und beobachtet die Stimmung. (Montag, 03.08.2018)

Das Konzert endet kurz nach 21:00 Uhr. Was nun? Viele Konzert-Besucher laufen aus Langweile zu der Gedenkstätte. Auch eine Gruppe von etwa 20 Personen. Ein Typ provoziert mit der Flagge und seine Freundin tanzt respektlos mit der Bierflasche in der Hand neben den brennenden Kerzen. Eine Frau neben mir schüttelt den Kopf und sagt: „Ich bin weder auf der rechten noch auf der linken Seite, aber das ist mir zu viel. Das ist pervers.“ https://youtu.be/HG7dC25aYIQ (Montag, 03.08.2018)„Deutschland ist der dritt größte Waffenexporteur der Welt und der zweitgrößte Munitionsexporteur der Welt. Regelmäßig fahren Schiffe aus Deutschland mit Munition in die Krisengebiete der Erde, woher die Flüchtlinge kommen.-Die Flüchtlinge haben dort brutale Gewalt erlebt, nur so kann man die brutale Gewalt hier in Deutschland erklären. Die Gewalt die wir aus dem Westen dort hin exportieren, ist jetzt bei uns angekommen. Es muss endlich aufhören, dass Deutschland Waffen, besonders solche (Maschinengewehre), bei denen die Hemmschwelle für den Einsatz niedrig ist, exportiert. Durch Maschinengewehre sterben die meisten Menschen in kriegerischen Auseinandersetzungen.“ so nochmal Frank, der in Chemnitz als Ingenieur arbeitet. (Montag, 03.08.2018)Dieses Wochenende finden in Chemnitz „Modenächte“ statt. Mehr als vor der Modebühne vor der Galerie Kaufhof ist wieder vor dem Karl-Marx-Monument los. Die Demonstranten kamen mit dem Zug aus Dresden, Leipzig und anderen deutschen Städten an. Die Demo ist von Pro Chemnitz organisiert und hat sich klar gegen Nazis gestellt. Es gibt 1300 Polizisten, darunter auch aus Berlin. Die Wasserwerfer stehen in der Nähe. Der Hubschrauber kreist wieder über Chemnitz. Unter dem Karl-Marx-Denkmal versammeln sich 2 350 Demonstranten der rechtspopulistischen Pro-Chemnitzer Bewegung. „Merkel muss weg.“, „Lügenpresse“ ist wechselhaft mit brüllender Stimme zu hören. https://youtu.be/UpdSTJd0_i0      Es werden deutsche Flaggen ausgeteilt https://youtu.be/z0m6DXOn-HU und kurz nach 19 Uhr marschieren die Demonstranten durch die Stadt mit einem riesigen weißen Transparent und schwarzer Schrift: „Wir sind das Volk“.  https://youtu.be/o636-56nxGI(Freitag, 7. September 2018)Am Theaterplatz gibt es ein kostenloses Konzert mit klassischer Musik unter dem Namen „Kultur für Offenheit und Vielfalt“, wo bis zu 5.000 Menschen kamen. Es spielen 40 Musiker. Im Stadthallenpark protestieren 1 000 Leute der linken „Chemnitzer Nazifrei“. Fazit: Der Regen und das Unwetter stört keinen. (Freitag, 7. September 2018)„Die Lösung gibt es längst, unsere Gesetze, wenn diese aber von den Behörden (nicht von der Politik) nicht zufriedenstellend umgesetzt werden (siehe im aktuellen Fall, wo alle drei Verdächtigen – auf Grund der berechtigten Ablehnung ihres Asylgesuchs – längst hätten abgeschoben sein können), dann wird es nicht besser.“ so Ronny, der nicht demonstriert. Er befindet sich an der Gedenkstätte und beobachtet die Situation in Chemnitz. (Freitag, 7. September 2018)

Die Polizei hat die Situation unter Kontrolle. In Chemnitz werden die Demonstrationen zur Tradition.? (Freitag, 7. September 2018) Die Stadt, wo die Thermosflasche und das erste Waschmittel hergestellt wurden. Die Stadt mit dem buntesten Schornstein Europas und die Stadt mit der kleinsten Burg Deutschlands. Die Stadt, wo sie geboren oder aufgewachsen sind: Eiskunstläuferin Katarina Witt, Fußballer Michael Ballack, Olympia-Gewichtheber-Champion Matthias Steiner, Sport Eiskunstlauf Paar Savčenková Aljona und Robin Szolkowy, Eisschnellläufer Denny und Nico Ihle. Zu der Stadt zählen auch Schriftsteller Stefan Heym, der Maler Karl Schmidt-Rottluff, die Ikone der Bauhaus-Kunstschule Marianne Brandt oder der Künstler Carsten Nicolai, die KraftKlub-Band und der Schauspieler Matthias Schweighöfer.Diese Stadt heiβt Chemnitz und ist mit der Lösung der Flüchtlingspolitik unzufrieden. Diese erzgebirgische Stadt erlebt eine alternde Zeit. Und die Chemnitzer? Sie sagen: Wir sind keine Nazis, sondern Menschen.Die Flüchtlingspolitik ist ein sehr kontroverses Thema. Was wir aber nicht vergessen sollen ist, dass uns gut geht. Wir leben in einem demokratischen Land. Wir leben in einem friedlichen Land. Wir verhungern nicht. Wir verdursten nicht und wir haben genug Geld. Es ist schade, wenn sich Leute im 21. Jahrhundert so einfach beeinflussen lassen und das macht mir Sorgen. Ich hoffe, dass ich mich irre.

Zahlen: Am 7. Mai 2015 wurden 450.000 Flüchtlinge in Deutschland erwartet. Am 19. Juli 2015 wurde die Zahl auf 800.000 angepasst. Im Jahr 2015 erhielt Deutschland einen Rekord von 890.000 Flüchtlingen, im Jahr 2016: 280.000 Flüchtlinge und im Jahr 2017: 187.000 Flüchtlinge. Die Kosten für Flüchtlingspolitik in Deutschland sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Flüchtlingsausgaben werden in Deutschland ohne Staatsdefizite gedeckt, schreibt Spiegel. Laut UNHCR lebten Ende 2017 fast 2,3 Millionen Flüchtlinge in 28 EU-Ländern, was 0,45% der EU-Bevölkerung entspricht.

Text: Šárka Vacková
Fotos: Šárka Vacková

Folgender Link hat nicht so viel zu tun mit Chemnitz, aber es ist ein gutes Beispiel:

amerikanischen Soldaten in Irak und Verpflegung

Meine Reportage wird ständig und aktuell ergänzt.

Bis jetzt habe ich an der Reportage über 25 Tage und Nächte gearbeitet, geschrieben, fotografiert, bearbeitet, korrigiert, mit Leuten geredet, übersetzt … Mein Urlaubsgutschein ist verfallen, da ich vor Ort sein wollte. Ich habe für meine Reportage sozusagen noch bezahlt … Alles aus meiner eigener Inititave. Ohne Honorrar! Ohne Provision! Kein Medium will die Reportage ausdrucken. War mein Aufwand sinnlos?

Ich bitte Sie ganz herzlichst ums Weiterleiten, Posten, Verlinken und wenn es geht, gerne können Sie meinen Beitrag auch auf dem Facebook veröffentlichen (mit meinem Namen und mit dem Kontakt auf www.on-the-cotninent.com. VIELEN LIEBEN DANK.

Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Šárka

Köthen: 22-Jähriger stirbt nach Schlägerei an Herzversagen – zwei verdächtige Afghanen sind festgenommen. An der Gedenkstätte an Daniel ist eine weitere symbolische Gedenkstätte an den gestorbenen Jungen aus Köthen errichtet. (Sonntag, 09.09.2018)

C³ Chemnitzer Veranstaltungszentren GmbH beantragt die Firma AKVmusic aus Kühlungsborn und eine Woche nach dem großen „#wirsindmehr»-Konzert“ findet wieder ein kostenloses Open-Air-Konzert. Der Inhaber der Firma AKVmusic Herr Kemnitz-Voigt hat freies Hand an dem Sänger-Auswahl, nur eine Bedingung steht fest: „Es soll anders sein als „#wirsindmehr-Konzert.“ Higlights des Konzertes am Karl-Marx-Monument sind die Bands „Die Zöllner“ und „Apfeltraum“. „Wie viel kostet das Konzert organisatorisch?“ frage ich Herrn Kemnitz-Voigt. „Das kann ich Ihnen nicht sagen,“ antwortet Herr Kemnitz-Voigt. Es kam ca. 300 Leute vorbei. (Montag, 10.09.2018)In Chemnitz ist das Geld von „#wirsindmehr“ bzw. von Industrieverein Sachsen 1828 e.V.  und von den Freunden des getöteten Daniel gesammelt. Die Freunden des Daniels wollen das Geld der Familie schenken und der Industrieverein möchte das Geld zwischen Stadt und Familie teilen.  „Ob das Beides transparent ist, weiss ich nicht. Ich möchte vor allem die Leute unterstützen, die sich jeden Tag um die Gedenkstätte kümmern,“ antwortet ein Mädel in der Nähe den Kerzen und wirft eine 2 EUR-Münze in die Dose rein. (Montag, 10.09.2018)Der Wolf grüβt den Hitler.

Heute schaut sich das Karl-Marx-Monument an 12 Wölfe aus Bronze. Eine Kunst-Instalation  soll gegen rechten Hass und Gewalt protestieren. Der Künstler Rainer Opolka erzählt, dass eintägiges Projekt eine Mischung von Versammlung, Mahnwache und Kunst darstellt. Er hat insgesamt 80 Wölfe. 60 Wölfe wurden im März 2015 vor der Frauenkirche hingestellt, wie Herr Opolka mitteilte.  (Donnerstag, 13.09. 2018)

Bis zu 3500 Teilnehmer bei 5. Demonstration der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz versammeln sich vor dem Karl-Marx-Monument unter dem Motto „Wir sind mehr, wir kommen wieder!“ Hakenkreuz und Hitlergruß sind trotzdem dabei.? Vor Ort sind 500 Polizisten.  (Freitag, den 14.09.2018)Ein tschechischer Pädagoge und Politiker Václav Klaus Jr. kommentiert die Flüchtlingspolitik für www.novinky.czhttps://www.novinky.cz/komentare/482876-komentar-chemnitz-stehovani-narodu-a-dalsi-novinky-vaclav-klaus-ml.html : „(…) Es begann die Migration der Nationen. (…)“

(…) „Wir sind gebildet, kulturell, demokratisch. Wir haben fortschrittlichere Technologien und Waffen. Eine fortschrittlichere Gesellschaft. Wir sind reich. Mehr als andere. Es war Rom im Jahr 300 auch. In hundertsiebzig Jahre später, gab es nicht mehr. Heute lebt dort eine andere Bevölkerung, spricht eine andere Sprache. Die römische Zivilisation brach zusammen. Ähnliche technologische und kulturelle Ebenen erreichten das Gebiet nach mehr als Tausend Jahren. Und jetzt wiederholt sich das,“(…)  so Klaus Jr.

Klaus Jr. ist der Meinung, dass die Länder durch den Streik von außen kollabieren aufgrund dass, das es sich bereits von innen die Streiterei auflöst. Kommen es zu uns „barbarische“ Stämme aus dem Osten und Süden, die Vertreter weniger entwickelter Zivilisationen? Welche Beziehung haben sie zu uns und zu unserem Gebiet? Dankbarkeit? Wollen sie Italiener, Schwede oder Tscheche sein? (…)

(…) „Das Multikulturalismus funktioniert nicht. Das ist ein rundes Quadrat. Entweder integrieren sich die Ankommenden (der Fall großer und attraktiver Nationen – zum Beispiel Amerika 19-20. Jahrhundert) oder sie integrieren sich nicht und dann entstehen die Konflikte.  Die Konflikte entstehen vielleicht sogar nach ein paar Jahrzehnten. Kosovo und Bosnien. Die dritte Generation von Gastarbeitern in Deutschland. Frankreich, England, Schweden. Und diese Länder verändern sich. Innerhalb weniger Jahre ist die Kriminalität gewachsen und die Zusammensetzung der Täter hat sich verändert. Die Daten sind bagatellisiert. Das Gesicht der Städte verändert sich. Atmosphäre und Sicherheit in den Schulen. Die ursprünglichen Bewohner werden aus dem öffentlichen Raum verdrängt. Frauen gehen nicht dorthin, wo sie vor zehn Jahren unbesorgt gegangen wären. Männer auch nicht,“ (…)  so Klaus Jr.  Nicht zu weit von der deutsch-tschechischen Grenze wohnt Bóďa. Er hat jahrelang bei der tschechischen Bahn gearbeitet. Ausserdem interessiert er sich für die Historie. „Wenn es einen Überschuss gibt, z. B. von den Männern, dann ist es Überdruck und das ist meistens genutzt. Das „Beste“ ist ein Krieg und wenn Frieden kommt, wissen die Jungs nicht, was sie machen sollen. Ein Beispiel ist Deutschland nach 1. Weltkrieg. Diejenigen, die damals nicht gewonnen haben, waren verärgert, gelangweilt, und deshalb demonstrierten sie ständig auf den Straßen unter den verschiedenen Flaggen,“ sagt Bóďa und ergänzt: „Die Definition des Friedens ist, dass es eine Zeit zwischen den Kriegen ist, um sowohl die Wirtschaft als auch die Grenzen und interene Politik  zu lösen,“ sagt Bóďa. Das dritte musikalisches Montagskonzert nach dem Tod Daniel H. findet bei dem Karl-Marx-Monument und ist unter dem Motto: „Fuego am Kopp“. Es tretten Künstler „Gruppa Karl-Marx-Stadt“, „Gossenboss mit Zett“ und auch DJ´s wie „Kid Pedro“, „Rudeboy Sundsystem“ auf. Es kam ca. 2 000-3 0000 Zuschauer. (Mo, 17.09.2018)Neben dem Monument ist auch Slacklinesparkour von dem Verein Slackline Chemnitz, e.V. aufgebaut. Nicht nur die Kinder können T-Shirts bemalen, Slackline probieren. (Mo, 17.09.2018)Parallel zum Konzert und Slacklinesparkour findet am Stadion eine politische Veranstaltung „Im Gespräch bleiben“ und „Wie sicher ist Chemnitz“. Barbara Ludwig (Oberbürgermeisterin Chemnitz), Staatsminister des Innerns Prof. Dr. Roland Wöller und Bürgermeister für Recht, Sicherheit, Umweltschutz Miko Runkel (links) versuchen die Fragen den Bürgern beantworten. Ausserdem steht auch der Ehrenpräsident Handwerkskammer Dietmar Mothes, Pfarrer Stephan Brenner, Polizeidirektorin Sonja Penzel und Herr Knut Kunze zur Verfügung. In Stadion darf maximal 500 Bürger aus Chemnitz. Es kam 175 Einwohner. Platz ist genug. Die Atmosphäre ist dicht. (Mo, 17.09.2018) Einen Tag nach dem Gespräch „Wie sicher ist Chemnitz“ ist einer der Verdächtigen der 22-jährige Iraker Yousif A. wieder frei, da das Amtsgericht Chemnitz den Haftbefehl gegen den Iraker aufgehoben hat. Der Grund dafür seien keine Beweise, bzw. „Fake-Beweise“ sein. (Di, 18.09.2018)

Der Freitag ist wieder da und damit wurden auch zwei Demos angekündigt: Ab 17:30 Uhr, gegenüber dem Karl-Marx-Monument, demonstriert „Chemnitz Nazifrei“. (Fr, 21.09.2018). Unter dem „Marx-Kopf“ ist die Demonstration von dem rechtspopulistischen Bündnisses „Pro Chemnitz“ angekündigt. Es kam ca. 2 000 Teilnehmer. Vor Ort sichert beide Veranstaltungen 800 Polizisten. Es regnet Hunde und Katzen. (Fr, 21.09.2018)Ein Lied über Chemnitz: https://www.youtube.com/watch?v=zawZbJNmMmc

Wahrheit über der Migration: https://www.youtube.com/watch?v=I39mXz5SRJg&list=PLhYRiLU17rYAY8PIl_tZ-KH8x1Ukql9YI&index=2

 

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